Narrenhörnchen

Autor: Björn Bornstein

Jubiläumssitzung ein absoluter Erfolg

Narrenhörnchen lassen es in der Jubiläumssitzung krachen – Public-Viewing Atmospähre wie zur WM

„Spätestens jetzt muss die Gemeindehalle saniert werden, denn ihr habt sie bis in die Grundmauern erschüttert“, resümierte Sitzungspräsident Björn Bornstein nach dem musikalischen Highlight direkt nach der kurzen Verschnaufpause mit Blick auf Akteure und Zuschauer in der picke-packe vollen Gemeindehalle.

Seit 1997 feiern die Alsenbrück-Langmeiler Narrenhörnchen im 2-Jahres-Rhythmus ihre Prunksitzung. Somit konnte in diesem Jahr bereits die 10. Sitzung zelebriert werden. Pünktlich um 20:11 Uhr betraten Sitzungspräsident und 11er-Rat, der in Alsenbrück-Langmeil traditionell nur aus Frauen besteht, die Bühne. Sarah Kreinbihl, Nicole Klein, Silvia Wasem, Kirstin Krell-Schreiber, Anja Engel, Moni Frick, Petra Kreinbihl, Dominique Steegmann, Sibille Bohn und Beate Steitz, die sich dem Anlass entsprechend, in schwarze und rote Abendkleider geworfen hatten, sorgten so gleich zu Beginn für den ersten Augenschmaus.

Mehr als nur talentiert war der Tanzauftritt der Garde, die zum Großteil das Dritte mal dabei waren. Alina Engel, Julia Frick, Ayla Schultheiß, Laura Jochim, Carla Stegmann, Antonia Stegmann, Lea Maekelborger und Luisa Laubenstein kamen nach ihrem tollen Programm inklusive Pyramide, Hebefiguren und Spagat natürlich nicht um die verdiente Zugabe herum. Als "echti Pälzer Gosch" zeigte Carsten Bayer, dass ihm die „Eisbrecher-Rolle“ wie auf den Leib geschneidert ist. Opfer seiner spitzen Pointen war meist die daheimgebliebene Ehefrau. Fast wäre er gar nicht gekommen – zum Glück ging zu Hause aber das Feuer aus, dann das Bier aus, nur deshalb ging auch er aus.

Zum Mitsingen und Klatschen animierten die „drei“ Tänzerinnen der Zumbagruppe das Publikum mit Ihrer ganz besonderen Tanzdarbietung. Nicole Klein, Alexandra Koch, Andrea Pajunk, Andrea Maekelborger, Sarah und Petra Kreinbihl demonstrierten was man mit Beinen und Füßen machen kann. Im Anschluss strapazierten „De Doll“ (Philipp Heimler) und „De Dabbisch“ (Markus Wagner) die Lachmuskeln der 250 Besucher in der ausverkauften Gemeindehalle. Ihr Auftritt zeigte beeindruckend, dass in Alsenbrück-Langmeil modern Fastnacht gefeiert wird, indem Sie Ihre seriöse Rede immer wieder durch spontane Sketche, Zauberkunststücke und Tanzeinlagen á la Dirty Dancing unterbrachen. Vorzüglich spielten sie auch immer wieder mit der „Hassliebe“ der Alsenbrück-Langmeiler mit ihrer kleinen Tochtergemeinde Winnweiler.

Großes Kino. Alles andere als nur ein optischer Hingucker waren die sechs Tänzerinnen der Kofferraumgang. Diese qualitativ hochwertige Darbietung kann mit reiner Vorbereitung auf eine Prunksitzung nicht erreicht werden. Natascha Sand, Ramona Stauder, Katja Siragusano, Kathrin Brehmer, Natascha Scheu und Moni Frick tanzen in einer eigenen Liga. In der Vergangenheit waren die Bocksrückwindräder oft Thema der Büttenbeiträge. Anja Engel und Björn Bornstein ließen dieses Mal die Windräder selbst zu Wort kommen. Nachdem sie Ortsvorsteher Marcel Huschitt spontan als drittes Windrad auf der Bühne installiert hatten, setzen sie zum Gegenschlag gegen die Alsenbrücker-Langmeiler an. Da – wie allgemein bekannt – bei vielen die drei sich drehenden Kolosse nicht gerne gesehen werden, bekam das Publikum („die setzen wohl alle Hässliche noh vorne“) und der eine oder andere Bürger sein Fett weg.

So musste dann auch ein ortsansässiger Landwirt feststellen, dass beim gemeinsamen Urlaub mit seiner Frau auf „Mallorga es Wasser bis zum Ufer geht“. Vielmehr musster er feststellen, dass am Strand das gute Porzellan liegt, er aber die „Scherbele mitgebrung hat“. Nach der kurzen Pause brachte eine zehnköpfige Live-Band die Halle zum Kochen – und das buchstäblich, denn nach Ihrer 30-minütigen Einlage lief an den beschlagenen Fenstern das Wasser herunter. Absolutes WM-Feeling zauberten sie mit Hits wie „An Tagen wie diesen“, „Ein Hoch auf uns“ und natürlich dem Klassiker „Atemlos“ auf die Bühne. Jan Brenneisen, Nicole Graf, Jule Engel, Kirstin Krell-Schreiber, Sabine Magin, Philip Magin, Peter Magin, Christian Holy und Julia Magin rissen die Besucher von den Plätzen.

Als Höhepunkt betrat Reinhard Bohn als Alsenbrück-Langmeiler Kreuzung aus Helene Fischer und Conchita Wurst die närrischen Bretter mit blonder Perücke und eigens für die Veranstaltung gewachsenen Bart. Dieser wurde ihm anschließend teilweise live wieder abrasiert. Als letzter Büttenredner rundete Kurt Müller in seiner seit Jahren perfektionierten Kunstfigur „De Utschebebbes“ den humoristischen Abend ab. Er verstreute nicht nur Asche aus einer Urne um wegen eisglatter Straße sicher zu seinem Auto zu kommen.

Warm anziehen muss sich wohl auch Verbandsbürgermeister Rudolf Jacob bei der anstehenden Wahl in diesem Jahr. „Wenn sunschd kenner will, startet heute mein Wahlkampf (Utschebebbes for President)“, stellte er trocken fest. Kurt Müller ist nicht nur ein Klassiker, sondern auch der einzige Büttenredner, der bisher an allen zehn Sitzungen teilgenommen hat.

Traditionell setzte das Männerballett den Deckel auf ein frisches, modernes und abwechslungsreiches Programm. Max Frick, Daniel Geisweid, Markus Wagner, Max Schreiber, Philipp Schmitt, Christian Geisweid, Steffen Leitsbach, Yves Schmitt, Andreas Immel, Philip Magin und Tobias Wünsch standen am Ende nur noch mit einem Waschlappen bekleidet auf der Bühne. „Das war die Alsenbrück-Langmeiler Antwort auf Fifty Shades of Grey – wer jetzt noch ins Kino will, ist selbst schuld“, fasste Sitzungspräsident Björn Bornstein den leidenschaftlichen Tanzauftritt passend zusammen. Die Initiatoren im Hintergrund Herwith Maekelborger, Reinhard Bohn und Christian Immel erhielten für ihren zeitintensiven Einsatz neben viel Lob noch ein angemessenes Geschenk übereicht.

Den tollen Abend beendete das große Finale, bei dem alle Aktiven den von Kurt Müller umgetexteten Hit „Atemlos durch Langmeil, bei uns gibt’s keine Langeweil“ im Schein von über 200 Wunderkerzen gemeinsam mit dem begeisterten Publikum sangen. Der ein oder andere Zuschauer würde sich zwar über eine jährliche Prunksitzung freuen, wahrscheinlich ist es aber genau der 2-Jahres-Rythmus, der die Alsenbrück-Langmeiler in ihrem kleinen Ort eine Veranstaltung mit einer solchen Qualität auf die Beine stellen lässt.

Original Template von a4joomla - angepasst von geomart UG . . . . . . . . . . . . . . . geomart UG - die Regionalen