Museumsschmiede Langmeil

Autor: Peter Wasem

Kaiserstrasse 11 SchmiedeDie ehemalige Dorfschmiede in Langmeil wurde im Laufe des Jahres 2003 zur Museums-Schmiede umgestaltet.Träger des Schmiedemuseums ist der Museumsverein Winnweiler. Die Dorfschmiede liegt am „Dcnnersberger Bauernpfad“ und ergänzt in anschaulicher Form das dort „begehbare“ landwirtschaftliche Leben. Es soll vor allem der Zusammenhang zwischen Landwirtschaft und dem „Landhandwerk“ mit Sonderausstellungen dargestellt werden.

 

alles noch per HandDas Schmiedemuseum soll einen Einblick in den dörflichen Arbeitsbereich einer Dorfschmiede gestatten, wie sie bis in die fünfziger und sechziger Jahre in unserem Raum noch anzutreffen war. Die Einrichtung stammt größtenteils aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Die gemauerte Esse, mit dem eingelassenen Wasserschiff, befindet sich zentral im Raum. Neben der Esse befindet sich der Blasebalg, dessen Kammern für die Luftzufuhr des Schmiedefeuers verantwortlich waren.

Neben der Esse fallen die größeren Maschinen zum Biegen und Stauchen, die alte handbetriebene Bohrmaschine, die vielen Hämmer und die Zangen auf.

Die Arbeit des Dorfschmiedes lässt sich in drei Bereiche einteilen: der Hufbeschlag, der Wagenbau und die anfallenden Reparaturen. Das waren die klassischen Arbeiten in einer Dorfschmiede.

 Beschlagen wurden damals nicht nur die Pferde sondern auch die sogenannten Arbeitskühe. Da diese Beschläge regelmäßig erneuert werden mussten, gehörte der Hufbeschlag zu den festen Einnahmequellen eines Dorfschmieds.

 

schmiede 03 2Seit 1885 war ein Gesetz in Kraft, das den Betrieb des Hufbeschlagswesen regelte. Seit damals mussten alle Schmiede die Befähigung über eine amtliche Prüfung nachweisen. In Langmeil waren die Dorfschmiede immer auch Hufschmiede.

In Langmeil wurde i898, quasi der Schmiede gegenüber, der Zuchtverband für „Glan-Donnersberger-Zuchtvieh" gegründet.

 

Die Herstellung der vier neuen Hufeisen und dem anschließenden Beschlag war recht zeitaufwendig. Vor ailem die Herstellung der Rohlinge war eine aufwendige Arbeit. Die Schenkel mussten gebogen, die Nagelfalze eingeschlagen und das Eisen gelocht werden. Später wurden diese Vorarbeiten durch die industriell angefertigten Rohlinge wesendlich erleichtert. Oft wurde auch das alte Hufeisen
aufgearbeitet. Das bedeutete für den Kunden eine Preisreduzierung.

 

Herstellung einer SichelDer Wagenbschlag, das heißt das Aufziehen der Eisenbereifung auf das Holzrad gehörte ebenfalls zu den wichtigeren Arbeiten in der Dorfschmiede. Hierzu wurde eng mit dem Wagner — in Langmeil mit dem Wagnerbetrieb Michel — zusammengearbeitet. In der Wagnerwerkstatt wurden die Holzteile für den Wagenbau hergestellt. In der Schmiede wurde der Wagen vollends zusammengebaut. Vom Schmied wurden
die Reifen für die Räder, die Bänder, Naben, Beschläge und die Wagenbremse hergestellt. Die Achsen für die Wagen stammten schon relativ früh aus industrieller Fertigung. In unserer Region wurden diese Stahlachsen von der Firma Gienanth, Hochstein gefertigt.

 

wechselde Ausstellungen über die SchmiedekunstDer überwiegende Teil der täglichen Arbeit bestand aus den verschiedensten Reparaturarbeiten. Sensen und Sicheln mussten gedengelt, Äxte und Hacken geschärft werden. Kärste und Eggen waren zu spitzen und Nägel zu schmieden. Das Herstellen der Nägel wurde oft vom Lehrling, noch vorm eigentlichen Arbeitsbeginn, durchgeführt. Beim Spitzen von Hacken und Meißeln ist die anschließende
Härtung des Materials ganz entscheidend. Nach dem Ausschmieden und einer neuen Hitze wird das Werkstück in Wasser getaucht. Die blaue Anlassfarbe auf einer zuvor etwas blank geschliffenen Stelle zeigt dann den richtigen Härtegrad an.

Museumsschmeide Langmeil

Kaiserstraße 11, 67722 Winnweiler-Langmeil
Auskunft: Werner Rasche, Tel.: 06302 / 1256
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Öffnungszeiten: letzter Sonntag im Monat von 15.00 bis 17.00 Uhr

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